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Fotografie: KUG vs. DS-GVO: Kann das KUG anwendbar bleiben? in: GRUR-Prax 2018, S. 369

Rechtsanwalt Dr. Hauke Hansen, FA für Urheber- und Medienrecht sowie IT-Recht, und wiss. Mitarbeiterin Sandra Brechtel, FPS Rechtsanwälte, Frankfurt a. M.

Jede Veröffentlichung von Bildern, auf denen Personen erkennbar abgebildet sind, betrifft deren Persönlichkeitsrechte. Sie kann aber nach der ständigen Rechtsprechung des BGH unter den Bedingungen des abgestuften Schutzkonzeptes der §§ 22, 23 KUG zulässig sein (BGH GRUR 2014, 804 – Mieterfest = GRUR-Prax 2014, 306 [Czernik]; BGH GRUR 2007, 527 – Caroline von Hannover). Zugleich werden durch die Aufnahmen personenbezogene Daten verarbeitet. Eine Datenverarbeitung ist aber seit Inkrafttreten der DS-GVO nur bei Vorliegen einer der in Art. 6 I DS-GVO genannten Rechtsgrundlagen zulässig. Da die genannten Vorschriften unterschiedliche Voraussetzungen haben, ist seit dem 25.5.2018 das Verhältnis zwischen KUG und DS-GVO umstritten. Das bisherige Datenschutzrecht hatte dem KUG den Vorrang eingeräumt (§ 1 II 1 BDSG aF; BAG GRUR 2015, 922 Rn. 14). Nach dem Wegfall dieser Vorschrift wird diskutiert, ob die strengere DS-GVO dem KUG noch einen Anwendungsbereich lässt.

 

Autor/en: Dr. Hauke Hansen