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Neues zum Titelschutz, in: GRUR Heft 2/2013, S. 113

In fast jedem Rechtsgebiet stellen die neuen Entwicklungen, insbesondere technologische Neuerungen, die bestehenden Rechtsgrundsätze immer wieder in Frage. Im Titelschutz wurde dies besonders deutlich, nachdem der klassische Titelschutz ursprünglich vor allem für die Werkkategorien Bücher, Zeitschriften und Filme, dann z. B. über Computerprogramme und Spiele bedeutsam wurde und schließlich auch für Internetseiten bzw. Domains in Betracht gezogen wurde. Hier wird der Anwendungsbereich immer weiter ausgedehnt, zuletzt ist in der Rechtsprechung der Titelschutz für Veranstaltungen und Events vertiefend thematisiert worden. Die weitreichende Bedeutung hatte Volker Deutsch schon früh erkannt, indem er sein Buch"Titelschutz" in die Kategorien Werktitel und Domain-Namen gegliedert hatte. In diesen Themenbereichen liegt ein neuer Schwerpunkt, der allerdings bei den Anwälten und Gerichten noch eher ein Schattendasein führt, obwohl dieses Schutzrecht kraft Gesetzes entsteht und für zahlreiche Konstellationen im Internet und den neuen Medien relevant sein kann. Hier kommt dem Titelschutz teilweise mehr als nur eine Lückenfüller-Funktion zu, wenn andere Schutzrechte nicht bestehen. Ausgehend von der Funktionenlehre können über den Titelschutz sachgerechte Lösungen gefunden werden, wo andere Schutzrechte scheitern. Man denke nur an die Bezeichnung von Smartphone-"Apps", also Minianwendungen für Handys, für die ein Titelschutz ebenso denkbar sein kann und die in kürzester Zeit wirtschaftlich eine erhebliche Bedeutung erlangt haben.

Autor/en: Askan Deutsch