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Arbeitgeber müssen Stellenanforderungen vorsichtig formulieren, Dr. Alexandra Henkel im Gespräch mit der WitschaftsWoche

Ist die Mindestgröße für Piloten eine unzulässige Diskriminierung? Anlässlich einer Revisionsverhandlung zu dieser Frage sprach die Wirtschaftswoche mit der Arbeitsrechtsexpertin Dr. Alexandra Henkel. Hintergrund des Verfahrens war die Klage einer Frau, welche trotz bestandener Einstellungstests an der Mindestgröße der Lufthansa gescheitert war. Angesichts der geringeren Durchschnittsgröße von Frauen stellte sich die Frage, ob diese überproportional benachteiligt würden. Auch wenn das Verfahren mit einem Vergleich endete und einige Fragen daraus dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt wurden, ergab sich doch eine gewisse Signalwirkung. Denn: „Generell folgt aus der Entscheidung, dass Arbeitgeber sowohl bei Stellenanforderungen, die auf körperliche Voraussetzungen abstellen, als auch bei Gründen, die in einem Ablehnungsschreiben einem Stellenbewerber benannt werden, sehr vorsichtig zu formulieren haben.“ Bei pauschalen Größenanforderungen mache er sich angreifbar. Das gelte jedoch nicht, wenn der Arbeitnehmer an Maschinen arbeiten soll, für die eine Mindestkörpergröße erforderlich ist, oder eine konkrete Arm- oder Beinlänge, denn dann dürfe der Arbeitgeber dies auch fordern, merkt Dr. Henkel an.

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Fuencisla Heiß

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