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Fernbusmarkt – warum 80 Prozent Marktanteil kein Monopol sind, Dr. Dario Struwe im Gespräch mit der WitschaftsWoche

Durch die Übernahme des Konkurrenten Postbus steigt der Marktanteil von Flixbus im Fernbusmarkt erneut stark an. Das Unternehmen wird dadurch und durch die vorangegangene Fusion mit MeinFernbus zum größten Anbieter von Fernbusfahrten in Deutschland. Zur Frage, warum trotz dieser Marktdominanz das Bundeskartellamt nicht tätig wird und wann es eingreifen würde, sprach die Wirtschaftswoche mit dem Kartellrechtsexperten Dr. Dario Struwe aus dem Frankfurter FPS-Büro. Dr. Struwe wies in dem Gespräch darauf hin, dass bestimmte Schwellenwerte von den Marktteilnehmern noch nicht erreicht werden. Deswegen bliebe auch der Eingriff der Kartellbehörde aus, denn, so Dr. Struwe: „Der Gesetzgeber hat das bewusst so gewollt, damit sich kleine und junge Märkte entwickeln können“. Aber auch verschiedene räumliche und sachliche Aspekte der kartellrechtlichen Beurteilung solcher Konzentrationen wurden beleuchtet. Unternehmen neigten dazu, den eigenen Markt immer größer zu definieren als das Bundeskartellamt, dabei gebe es gerade in diesem Fall „gute Argumente, den Markt enger zu ziehen“. „Das Kartellamt erhält bei der Annahme eines kleineren Marktes automatisch mehr Einflussmöglichkeiten, da die Marktmacht der beteiligten Unternehmen hierbei steigt.“ Würde man also stärker zwischen den einzelnen Verkehrsnutzern differenzieren, könne es „… gut sein, dass das Kartellamt zu dem Ergebnis käme, dass Flixbus in Teilmärkten eine marktbeherrschende Stellung innehat und reguliert werden müsste.“ so Dr. Struwe im Gespräch mit der Wirtschaftswoche.

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Fuencisla Heiß

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