Profilbild Dr. Marc Philipp Kolpin
"Vertrauen als Berater schafft, wer wirtschaftlich und strategisch sinnvolle Lösungen anbietet."

Interview mit Dr. Marc Philipp Kolpin, Rechtsanwalt

Spannende Einblicke in komplexe Haftungsfragen und in den Aufbau vertrauensvoller Mandantenbeziehungen: Dr. Marc Philipp Kolpin erklärt, was ihn an der Vielfalt des Berufshaftungsrechts fasziniert, wie er junge Talente gezielt fördert und warum Positivität und analytische Schärfe im Anwaltsberuf unerlässlich sind.

Das steht auf meiner Visitenkarte:

  • Dr. Marc Philipp Kolpin
  • Rechtsanwalt / Associate Partner

Fachbereich:
Litigation, Berufs- und Managerhaftung

Worauf legen Sie beim Mentoring besonders Wert?

Der wichtigste Grundpfeiler eines jeden Mentorings ist zunächst die Bereitschaft, Zeit in die Ausbildung zu investieren und dem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen. Im Mentoring gilt es, Eigenverantwortung sowie strukturierte und präzise Arbeitsweise zu vermitteln. Ich bin dabei ein glühender Verfechter des Grundsatzes der Positivität: Im Vordergrund sollte die Förderung von Stärken und Potenzialen stehen, wobei selbstredend auch ehrliche und transparente Kritik nicht zu kurz kommen darf. Ein guter Mentor erkennt dabei die individuellen Bedürfnisse seines Mentees und geht auf diese ein. 

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?

An meinem Beruf und dem Berufshaftungsrecht im Speziellen begeistert mich die große Diversität der zugrundeliegenden Lebenssachverhalte und betroffenen Rechtsgebiete, die die Arbeit besonders lebendig und anspruchsvoll machen. Die Tätigkeit setzt eine analytische Tiefe bei der Rekonstruktion der jeweiligen Sachverhalte voraus, die schon die forensische Arbeit zum „geistigen Hochreck“ machen. Die juristische Arbeit in diesem Feld erfordert dabei die souveräne Beherrschung der gesamten Klaviatur des Haftungsrechts. Die Tätigkeit als Interessenvertreter verlangt mir als Anwalt auch ein gewisses Maß an Kreativität ab, um die Mandanteninteressen bestmöglich wahrnehmen zu können. Die Gesamtheit dieser Aspekte begründet für mich die Faszination am Berufshaftungsrecht als einem der vielfältigsten Rechtsgebiete.

Woran erkennen Sie Talent – und wie fördern Sie es konkret?

Talent im juristischen Bereich zeigt sich vor allem an der Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, an der Neugier, rechtliche Zusammenhänge zu verstehen, an analytischer Schärfe und sprachlicher Präzision. Unerlässlich ist dabei die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu durchdringen und zu strukturieren. Wer dabei noch lösungsorientiert denkt, zeigt für den Anwaltsberuf unerlässliche Fähigkeiten.

Welche persönliche Stärke hat sich erst im Berufsleben gezeigt?

Eine persönliche Stärke ist sicherlich meine Belastbarkeit in Drucksituationen. Selbst unter Fristendruck bleibe ich ruhig und strukturiert und vertraue auf meine analytischen Fähigkeiten. Auch die hohen Erwartungen, die ich an mich selbst habe, verstärken dabei meinen Fokus. Diese Eigenschaften ermöglichen es mir, selbst unter hohem Zeitdruck verlässliche Arbeitsergebnisse zu liefern.

Wie bauen Sie Mandantenbeziehungen nachhaltig auf?

Nachhaltige Mandantenbeziehungen entstehen nicht etwa durch große Worte, sondern durch das konstante Abliefern bestmöglicher fachlicher Qualität. Vertrauen als anwaltlicher Berater schafft, wer wirtschaftlich und strategisch sinnvolle Lösungen anbietet und dabei auch die konkreten Bedürfnisse des Mandanten im Blick behält. Der Anwaltsberuf ist und bleibt dabei ein „People's Business“.

Welche Fragen stellen Sie Mandanten heute häufiger als früher?

In Zeiten moderner Massenmedien haben Reputationsrisiken erheblich an Bedeutung gewonnen. Während sich die Fragen der Mandanten früher auf die reine Haftungsperspektive beschränkten, sind PR-Themen heute deutlich präsenter. Reputationsthemen können dabei langfristige wirtschaftliche Folgen begründen, sodass wir Anwälte derartige Themen nunmehr im Rahmen einer stimmigen Gesamtstrategie und Risikoanalyse entsprechend einkalkulieren.